Wie die Pfingstrose mich zurückeroberte

Pfingstrosen sind zu schön, als dass sie jemand nicht leiden könnte. Es sind auch Blair Waldorfs Lieblingsblumen und natürlich hat sie rund ums Jahr Zugang zu ihnen. In dieser Traumvorstellung einer New Yorker Königin flanierte ich zu einem Blumenhändler und kaufte zehn geschlossene Pfingstrosen. Mit verliebtem Blick schnitt ich sie bedächtig zurecht, stellte sie an einen gebührenden Platz und wartete. Mit jedem weiteren Tag sanken meine Mundwinkel ein wenig nach unten. Und die Rosen ließen mehr und mehr ihre Köpfe hängen. Es kam der Tag, an dem ich realisierte, dass ich keine Freude an ihnen haben werde und ich kaufte nie wieder geschlossene Pfingstrosen.

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Es ist einige Zeit her, dass ich das Abo bei bloomon abschloss, doch pausierte ich seit der Schwangerschaft, denn ich bemerkte, dass die Blumen nicht die Aufmerksamkeit erhielten, die sie verdienten. Meine Lust war wieder geweckt und obwohl ich von der mittleren Größe stets sehr begeistert war, entschied ich mich nun für den kleinen Strauß. Ich habe beinah‘ vergessen welch‘ besondere Kreationen sich das Team immer einfallen lässt, doch in einem Punkt war ich skeptisch: in dem Strauß war eine geschlossene Pfingstrose. Betrübt und freudig zugleich drapierte ich die Blumen in der Vase zurecht und schenkte der Rose keinerlei Beachtung – ich bin ehrlich, ich glaubte nicht an sie.

Während ich also all die anderen Schönheiten bewunderte, stumme ah’s und oh’s tönte, eroberte sich die Rose klammheimlich die Bühne zurück. Mit jedem Tag wurde sie größer, präsentierte ihre Schönheit in einem satten Pink, der mit der Zeit ins Blassgelbe wich. Sie wurde größer und größer und ich konnte beim Wunder der Natur nur staunen und zusehen, wie sie der Mittelpunkt des Bouquets wurde und ihr alle Blumen Beifall frönten.

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Die Unternehmensphilosophie von bloomon verspricht ein Erlebnis und das kann ich definitiv bestätigen. Von dieser Überraschung ganz abgesehen, ist jedes einzelne Bouquet immer etwas ganz Besonderes, das man nicht einfach um die Ecke findet. Die Blumen sind mit Liebe ausgewählt und kommen direkt von Gärtnereien, heißt, kein Großhändler dazwischen, sondern auf direktem Weg zum Kunden. Man kann sich absolut immer darauf verlassen, dass die Blumen frisch sind – weshalb ich stets einen Zeitraum von zwei Wochen habe. Ja. Wirklich! Die Blumen halten eine gefühlte Ewigkeit.

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Darüber hinaus möchte ich den Lerneffekt nicht unerwähnt lassen – denn meine Botanik-Kenntnisse sind leider mehr schlecht als recht. Die Blumen werden mit einem Kärtchen geliefert, auf dem man einige Informationen erhält und sich glatt gebildeter fühlt und jedem seine Blumen mit lateinischem Namen unter die Nase halten möchte.

Ich freue mich auf viele weitere Bouquets, denn obwohl ich Blumen in der Wohnung liebe, geht der Gang zum Blumenhändler oftmals zu sehr unter. Hier aber gibt es ein angegebenes Lieferzeitfenster und man muss sich um nichts kümmern. Nur die Tür öffnen, dem schwer atmenden Boten ein freudiges Lächeln schenken und Acht geben, dass man weniger Hektik walten lässt, weil die Vorfreude im Nacken kitzelt.

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Meine Pfingstrose ist mittlerweile verblüht. Doch ich möchte die Blüten gar nicht entsorgen, denn das Bild des Verfalls ist so poetisch, dass sich mein Ordnungswahn verständnisvoll in andere Ecken verzogen hat.

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